Infrarot ThermometerMit einem Infrarot Thermometer lassen sich berührungslos die Oberflächentemperaturen von verschiedenen Materialien und Gegenständen messen. Klima- und Heizungsanlagen kontrollieren, Wärmebrücken oder fehlerhafte Relais aufspüren oder das Bremssystem beim Auto überprüfen – mit einem Infrarot Messgerät kein Problem.

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Aber nicht nur Heimwerker und Hobbybastler profitieren von der berührungslosen IR Temperaturmessung; auch im Haushalt erweisen sich die Geräte als äußerst praktisch, z. B. zur Überprüfung der Temperatur von Babynahrung, Getränken, Badewasser, Marmelade oder Schokoladenmasse.

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Eine Anwendung, für die ein Infrarotthermometer in der Regel nicht geeignet ist, ist die Nachverfolgung des Verlaufs von Heizungsrohren, z. B. oder im Speziellen von einer Bodenheizung. Da ja vor allem bei einer Fußbodenheizung der Grundgedanke die gleichmäßige Erwärmung der Bodenoberfläche ist, werden hier die Temperaturunterschiede dermaßen gering sein, sodass eine zuverlässige Messung nicht einmal mit einem äußerst meßgenauen Gerät möglich sein wird.

Doch welches Gerät ist das richtige? Arbeiten nur Profigeräte präzise und zuverlässig oder kann man auch einem günstigen Hersteller vertrauen? So viel schon mal im Voraus: Der Preis sollte nicht als alleiniges Kaufkriterium herangezogen werden. Im Folgenden erfährt man, was man beim Kauf eines Infrarot Thermometers sonst noch berücksichtigen sollte.

Infrarot-Technik

Möglich gemacht wird die berührungslose Temperaturmessung durch die Infrarot-Technik. Jeder Körper mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt (-273 °C) gibt eine infrarote Strahlung ab, die mit einem IR Thermometer in ein elektrisches Signal umgewandelt, von einem Prozessor ausgewertet und anschließend auf einem Display angezeigt werden kann. Bei den heutigen IR-Thermometern, die häufig auch als Pyrometer oder Strahlungsthermometer bezeichnet werden, läuft dieser Prozess innerhalb von Sekunden ab, sodass die Ergebnisse meist in Echtzeit angezeigt werden können.

Die Berechnung der Temperatur erfolgt unter Berücksichtigung des Emissionsgrades des Materials. Jeder Gegenstand und jedes Material hat einen eigenen Emissionsgrad. Bei manchen Oberflächenthermometern muss dieser zunächst manuell eingestellt werden. Einen hohen Emissionsgrad haben beispielsweise Beton, Ziegel, Marmor, Laminat und Fliesen. Einen mittleren Emissionsgrad haben Faserplatten, Tapete, Lack und Keramik. Von einem niedrigen Emissionsgrad kann man bei Porzellan, Kork und Baumwolle ausgehen. Wenn man sich unsicher ist, hilft zur Bestimmung des Emissionsgrades meist ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Messbereich, Messgenauigkeit und Messoptik

IR Thermometer im EinsatzDie drei wichtigsten Kriterien zur Beurteilung eines Infrarot Thermometers sind der Messbereich, die Messgenauigkeit und die Messoptik. Der Messbereich gibt den Temperaturbereich an, in dem das Thermometer eingesetzt werden kann und für welchen es zuverlässige Ergebnisse liefert. Geräte mit hohem Messbereich messen die Temperatur zwischen -50 und +900 °C, aber auch deutlich kleinere Messbereiche sind üblich. Wer Temperaturen jenseits der 300 °C messen möchte, sollte daher beim Kauf darauf achten, dass das Gerät über einen entsprechend hohen Temperaturmessbereich verfügt. Ob Celsius oder Fahrenheit spielt dabei für die meisten Geräte keine Rolle; per Knopfdruck kann die gewünschte Maßeinheit ausgewählt werden.

Bei der Messgenauigkeit geben die Hersteller meist die mögliche Abweichung des gemessenen Wertes von der tatsächlichen Temperatur an. Diese Differenz liegt bei einem guten Laserthermometer bei unter 1,5 % oder 1,5 °C. Um eine möglichst hohe Messgenauigkeit zu erzielen, ist es wichtig, dass das Messobjekt genau anvisiert wird und dass der Abstand nicht zu groß ist.

Daher spielt auch die Messoptik des Thermometers, bzw. das Verhältnis zwischen der Entfernung zum Messobjekt oder der Größe des Messflecks, eine wichtige Rolle. Eine Messoptik von 8:1 bedeutet also, dass der Messfleck bei einem Abstand von 8 cm etwa 1 cm groß ist. Um eine möglichst genaue Messung zu erzielen, sollte der Messfleck nicht allzu groß sein. Als vorteilhaft erweisen sich Temperaturmessgeräte mit einer Messoptik von 12:1 oder sogar 20:1.

Zusatzfunktionen und Ausstattung

Das Grundprinzip ist bei allen IR Thermometern gleich: Messobjekt anvisieren, Knopf drücken und die Temperatur in Echtzeit ablesen. Doch es gibt einige Zusatzfunktionen, welche die Arbeit erleichtern bzw. zusätzliche Messungen möglich machen. Zum Anvisieren des Messobjektes verfügen einige Geräte daher über einen Laserpointer. Egal ob einfacher Laser-Suchstrahl, Laserkreis oder Doppel-Laser, die Aufgabe des Lasers besteht darin, den Gegenstand optimal anzuvisieren und um eine möglichst präzise Messung zu ermöglichen. Neben einem Laserpointer verfügen viele Infrarot Laser Thermometer zudem über ein beleuchtetes Display. Von Vorteil ist es, wenn sowohl Laser als auch Displaybeleuchtung manuell ausgeschaltet werden können um Strom zu sparen.

IR Thermometer und MotorWenn man nicht nur Wärmebrücken (Wärmeverlust), sondern auch schimmelgefährdete Stellen in der Wohnung aufspüren will, ist es sinnvoll, wenn das Gerät zudem neben der Oberflächentemperatur auch die Umgebungstemperatur und die Luftfeuchtigkeit messen kann. Klassische IR Thermometer bieten diese Funktion nicht immer. Wem ein gesundes Raumklima sehr am Herzen liegt, der sollte daher nach geeigneten Thermodetektoren Ausschau halten.

Ebenfalls sehr vorteilhaft ist es, wenn man das Infrarot Thermometer mit einem Grenz- oder Referenzwert programmieren kann. In Kombination mit einem optischen oder akustischen Signal bei der Unter- oder Überschreitung des Grenzwertes lassen sich so ebenfalls Wärmebrücken, beispielsweise in der Dämmung des Hauses, aufspüren. Zusätzlich verfügen einige Laser Thermometer über eine Minimal- und Maximalwert-Funktion, eine Speicher- sowie eine Hold-Funktion zum Halten von Daten.

Zur Grundausstattung eines Infrarot Thermometers sollte in jedem Fall eine passende Batterie gehören, egal ob Knopfzelle, 1,5V oder 9V-Blockbatterie. Manche Hersteller liefern das Gerät sogar mit Ersatzbatterien und Schutztasche zur Aufbewahrung aus. Auch eine deutsche Bedienungsanleitung erweist sich als praktisch, insbesondere wenn man der englischen Sprache nicht so mächtig ist.

Kaufkriterien

Um das richtige IR Thermometer zu finden, sollte man sich zunächst fragen, wozu man das Messgerät verwenden wird. Welcher Messbereich ist notwendig und welche Zusatzfunktionen werden benötigt? Auch in Sachen Größe und Form gibt es kleine Unterschiede, die jedoch meist keinen Einfluss auf die Funktionalität der Geräte haben. Die kleinsten IR Messgeräte sind so groß wie eine Auto-Fernbedienung oder ein Kugelschreiber und lassen sich sogar in der Hosentasche verstauen. Die klassische Form ist das robuste Pistolengehäuse.

Um sich einen Überblick über die Vor- und Nachteile der Geräte zu verschaffen, sollte man zunächst in die Produktbeschreibung des Herstellers schauen. Dieser Beschreibung kann man die meisten der oben genannten Kriterien entnehmen. Zudem bekommt man durch Erfahrungsberichte im Internet ein gutes Gefühl für die Bedienbarkeit und die Schwachstellen der Produkte.

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Vor- und Nachteile eines Infrarot Thermometers

Vorteile:

  • Durch den Abstand zwischen Messobjekt und Messgerät (und damit Ihnen selbst) verringert sich das Risiko von Verletzungen durch z. B. sehr heiße oder unter Strom stehende Geräte nicht unerheblich.
  • Die Messung erfolgt sehr rasch (im Durchschnitt dauert sie nicht länger als eine Sekunde) und je nach Gerät in einem sehr großen Temperaturbereich (die hochpreisigen Geräte ermöglichen eine Messung zwischen -50 und bis zu 5000 Grad Celsius).
  • Da die Messung berührungslos erfolgt, erfolgt keinerlei Beeinflussung oder gar Beschädigung des Messobjekts.
  • Prinzipiell ist eine Messung aufgrund der Geschwindigkeit und der Berührungslosigkeit von dieser auch bei einem sich bewegenden Gegenstand oder Lebewesen möglich.

Nachteile:

  • Für eine genaue Messung muss der Emissionsgrad des Materials bekannt sein. Dieser ändert sich aber beim gleichen Material durch unterschiedliche Vorbehandlungen (Metall weist z.B. zwischen blankem und poliertem Zustand einen deutlichen Unterschied hinsichtlich des Emissionsgrades auf) oder eben die Temperatur.
  • Eine hochglänzende Oberfläche des Messobjekts beeinflusst die Messgenauigkeit ebenfalls negativ. Zur Umgehung dieses Problems gibt es zwar spezielle Infrarotaufkleber. Wodurch aber der Vorteil der berührungslosen Messung natürlich ein Stück weit beeinträchtigt wird. Und wie gut ein Aufkleber auf einem sehr heißen Gegenstand haftet, ist eine andere Frage.

Fazit

Mann mit IR Thermometer und BadewanneTemperaturmessung ist keine Sache von Bauchgefühl oder Handauflegen. Für eine professionelle IR Temperaturmessung muss es jedoch nicht unbedingt ein teures Profigerät sein. Es gibt zahlreiche preiswerte Geräte für den Hausgebrauch, die das Heimwerken, Energiesparen oder sogar die Arbeit in der Küche erleichtern. Da viele Geräte dem internationalen HACCP-Sicherheitsstandard entsprechen können sie sogar gewerblich zur Temperaturkontrolle von Lebensmitteln oder Kühlschränken verwendet werden. Eines haben alle Geräte gemeinsam: Sie nutzen die Infrarotstrahlung von Gegenständen, um die Temperatur zu ermitteln.

Wer beim Hausbau die Wärmedämmung der Wände überprüfen will, beim Kochen die Betriebstemperatur von Herdplatte oder Grillrost genau wissen möchte oder am Auto die Temperatur von Reifen und Bremsen überprüfen möchte, für den ist ein Infrarot Thermometer eine lohnenswerte Investition.

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